{"id":433,"date":"2012-04-13T08:35:35","date_gmt":"2012-04-13T08:35:35","guid":{"rendered":"http:\/\/gesundheits.at\/?p=433"},"modified":"2012-08-07T11:28:28","modified_gmt":"2012-08-07T11:28:28","slug":"diagnostik-muss-warten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gesundheits.at\/?p=433","title":{"rendered":"Diagnostik muss warten"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/gesundheits.at\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Diagnostik.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft  wp-image-434\" title=\"Diagnostik\" src=\"http:\/\/gesundheits.at\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/Diagnostik-197x300.png\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"285\" \/><\/a>Sparprogramm der Kassen mit Folgen f\u00fcr die Patienten<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00d6sterreichs MRT-Institute verf\u00fcgen \u00fcber eine hochstehende Ger\u00e4teausstattung, k\u00f6nnen sich auf kompetentes Personal verlassen, sind selbst kompetent, haben noch Zeitkapazit\u00e4ten f\u00fcr Untersuchungen und dennoch gibt es Wartezeiten f\u00fcr Patienten. Da stimmt offenbar irgend etwas nicht. In der Tat liegt etwas im Argen. Aber die Ursache des Problems ist nicht bei den Radiologen zu suchen, denn diese w\u00fcrden liebend gerne mehr Patienten untersuchen und diagnostizieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p><strong>Falscher Deal?<\/strong><\/p>\n<p>Mit 2009 trat eine neue Regelung, die zwischen der Wirtschaftskammer und den MRT-Instituten auf der einen Seite und den Krankenkassen auf der anderen Seite ausgehandelt wurde, in Kraft. F\u00fcr die MRTInstitute ist nicht die \u00c4rztekammer, sondern die Wirtschaftskammer zust\u00e4ndig, was historisch bedingt ist. Die Krankenkassen m\u00fcssen sparen und sparen offenbar an der falschen Stelle, das meint der R\u00f6ntgenologe und Gr\u00fcnder eines der ersten MRT-Institute in \u00d6sterreich, Dr. Wilfried Westritschnig. Seit 2009 ist die Anzahl der Untersuchungen \u201egedeckelt\u201c und wurde bis 2013 auf das Niveau von 2009 eingefroren. Nur haben die Beteiligten offenbar nicht ber\u00fccksichtigt, dass die Nachfrage steigt. Au\u00dferdem wurden die technischen Ger\u00e4te immer besser und man k\u00f6nnte mit mehr Untersuchungen vieles verhindern, was der Gesundheit der Patienten dient und \u00fcber Umwege noch weit mehr Kosten spart, als die gedeckelten MRTUntersuchungen. Offenbar war die Vereinbarung von 2009 voreilig &#8211; aber Einsehen gibt es keines &#8211; bisher zumindest nicht. Leidtragende sind die Patienten &#8211; aber auch das \u201eSystem\u201c.<\/p>\n<p><strong>L\u00e4ngere Wartezeiten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir tun unser M\u00f6glichstes, aber es kommt zu l\u00e4ngeren Wartezeiten. Kollegen geht es \u00e4hnlich\u201c, meint Westritschnig. Der Vorsitzende der Bundesfachgruppe Radiologie der \u00d6sterreichischen \u00c4rztekammer, Dr. Franz Fr\u00fchwald zeichnet ein dramatisches Bild, das auf die seit rund zwei Jahren geltende &#8220;Deckelung&#8221; der Ausgaben der sozialen Krankenkassen f\u00fcr diese Untersuchungen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist: \u201eDiese Deckelung bedeutet, dass die Honorarsummen auf dem Niveau von 2009 bleiben, sodass alle Untersuchungen, welche die Frequenz des Jahres 2009 \u00fcbersteigen, gratis durchzuf\u00fchren sind.\u201c Mit einem weiteren Anstieg ist zu rechnen &#8211; und zwar noch in diesem Jahr auf neun und im n\u00e4chsten Jahr sogar auf zw\u00f6lf Wochen. Das hat Folgen f\u00fcr das Gesundheitssystem und f\u00fcr die Patienten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>L\u00e4ngere Krankenst\u00e4nde<\/strong><\/p>\n<p>Viele Patienten befinden sich im Krankenstand, weil sie ja nicht wissen, was los ist und auf\u00a0die Diagnose warten. Der volkswirtschaftliche Schaden soll gem\u00e4\u00df einer APA-Aussendung 1,7 Milliarden Euo betragen. Ein gro\u00dfer Brocken angesichts des Sparpaketes &#8211; vor allem auch deshalb, weil ein gro\u00dfer Teil der Kosten ohnehin wieder von den Kassen zu tragen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gesundheitliche Gefahren<\/strong><\/p>\n<p>Zwar versichern die Radiologen, dass dringende F\u00e4lle vorgezogen werden. Aber was ist dringend? Nicht immer ist das gleich erkennbar. Gerade bei der bildgebenden Diagnostik gibt es aber immer wieder \u201eZufallstreffer\u201c. So kann es schon sein, dass Harmloses vermutet wird und dann stellt es sich als Tumor heraus. Westritschnig nennt auch B\u00e4nderverletzungen als Beispiel. Manche sind innerhalb weniger Tage zu operieren. Wenn allerdings keine Diagnose vorliegt, kann auch keine Entscheidung getroffen werden. Ein weiteres Problem von versp\u00e4teten Diagnosen sind psychische Belastungen. Da jede Krankheit eine psychische Belastung darstellt, wird diese unn\u00f6tig lange hinausgez\u00f6gert und kann sich sogar manifestieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sparen am falschen Platz<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Westritschnig wird am falschen Platz gespart. \u201eLeidtragende sind nat\u00fcrlich in erster Linie die Patienten. Aber auch die zuweisenden \u00c4rzte, die sich auf die Diagnostik verlassen, m\u00fcssen jetzt unn\u00f6tig lange darauf warten, ihre Patienten richtig behandeln zu k\u00f6nnen. Neben den gewaltigen Krankenstandskosten, die zwar keine direkten Auswirkungen auf das Gesundheitssystem, wohl aber auf die Volkswirtschaft haben, gibt es aber auch direkte Kosten, wegen unn\u00f6tiger Medikamente, durch zu sp\u00e4t erkannte Krankheiten oder durch Langzeittherapien, die bei raschem Handeln m\u00f6glicherweise nicht n\u00f6tig gewesen w\u00e4ren.\u201c Ob die Patienten diese Art des Sparens akzeptieren, wird sich noch zeigen. Technologischer Fortschritt wird gebremst Westritschnig sieht in der bildgebenden Diagnostik die wesentlichenGr\u00fcnde, dass zum Beispiel die Brustkrebserkrankungen bei den Frauen zur\u00fcckgingen. \u201eDas haben Studien klar bewiesen, dass daf\u00fcr die Mammographie verantwortlich ist.\u201c F\u00fcr den erfahrenen Radiologen, der gleich mehrmals j\u00e4hrlich auf internationalen Kongressen und Fortbildungsveranstaltungen sein Know-how erweitert, steht au\u00dfer Zweifel, dass der Fortschritt in der Radiologie tausenden Menschen das Leben retten kann. So hat eine gro\u00dfe amerikanische Studie mit 54.000 Rauchern ergeben, dass man mit drei j\u00e4hrlichen Fr\u00fcherkennungsuntersuchungen eine Reduktion der Lungenkarzinom-Sterblichkeit um 20 Prozent bewirken kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kontakt und Informationen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MR-CT-Diagnoseinstitut Klagenfurt<br \/>\nFeldkirchnerstra\u00dfe 82<br \/>\n9020 Klagenfurt<br \/>\nTel. 0463 446644<br \/>\nFax 0463 446644-20<br \/>\nE-Mail: online@mrct.at<br \/>\nwww.mrct.at<br \/>\nAlle Kassen<br \/>\nChef\u00e4rztliche Bewillung erforderlich<br \/>\n(au\u00dfer Privatleistungen)<br \/>\nBitte vorab telefonisch anmelden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Untersuchungsfelder<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">CT-Fr\u00fchentdeckung von Lungentumoren<br \/>\nDies ist, (lt. anerkannter gro\u00dfer Studien) wichtig f\u00fcr die Risikogruppen der Raucher im mittleren bis h\u00f6heren Lebensalter und bei famili\u00e4rer H\u00e4ufung von Lungenkrebs. Derartige Untersuchungen f\u00fchren zur Fr\u00fcherkennung des Lungenkrebses und insgesamt deutlicher Besserung der Behandlungsergebnisse.<\/p>\n<p>Dental-CT-Untersuchungen<br \/>\nDiese Untersuchungen erm\u00f6glichen submillimeter-genaue Darstellungen des Gebisses \u2013 z.B. wenn Patienten das Einsetzen von Implantaten planen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MRT-Untersuchungen der Gelenke<br \/>\nDiese umfassen alle Gelenke &#8211; wie zum Beispiel H\u00fcftgelenke, Knie, Sprunggelenke, Schulter, Handgelenke, Fu\u00df. Es werden dabei Fr\u00fchsch\u00e4den der Gelenke erkannt. Dies ist besonders wichtig, da diese Ver\u00e4nderungen zum Teil gut reparabel sind \u2013 Krankenst\u00e4nde und Folgesch\u00e4den durch zu langsame Diagnostik k\u00f6nnen reduziert oder vermieden werden.<\/p>\n<p>Untersuchungen der Wirbels\u00e4ule mittels MRT oder CT<br \/>\nSolche sind wichtig zur Einleitung einer schnellen ma\u00dfgeschneiderten Therapie &#8211; wie z.B. zur Unterscheidung von Bandscheibenvorf\u00e4llen, entz\u00fcndlichen Erkrankungen oder Tumoren.<\/p>\n<p>Untersuchungen des Gehirns<br \/>\nWichtig zur Fr\u00fchentdeckung und Behandlungsplanung von schwerwiegenden Erkrankungen &#8211; z.B. Multiple Sklerose, Aneurysmen, Tumore.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sparprogramm der Kassen mit Folgen f\u00fcr die Patienten \u00d6sterreichs MRT-Institute verf\u00fcgen \u00fcber eine hochstehende Ger\u00e4teausstattung, k\u00f6nnen sich auf kompetentes Personal verlassen, sind selbst kompetent, haben noch Zeitkapazit\u00e4ten f\u00fcr Untersuchungen und dennoch gibt es Wartezeiten f\u00fcr Patienten. 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