{"id":333,"date":"2012-03-26T11:02:16","date_gmt":"2012-03-26T11:02:16","guid":{"rendered":"http:\/\/gesundheits.at\/?p=333"},"modified":"2012-08-07T11:43:42","modified_gmt":"2012-08-07T11:43:42","slug":"neurostimulation-der-schmezschrittmacher","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gesundheits.at\/?p=333","title":{"rendered":"Neurostimulation &#8211; der Schmerzschrittmacher"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/gesundheits.at\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/schrittmacher.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft  wp-image-334\" title=\"schrittmacher\" src=\"http:\/\/gesundheits.at\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/schrittmacher-300x221.png\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"200\" \/><\/a>Eine innovative nicht-medikament\u00f6se Methode zur Behandlung chronischer Schmerzen<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">W\u00e4hrend der vergangenen Jahre haben sich R\u00fcckenschmerzen in den Industriel\u00e4ndern geradezu epidemisch ausgebreitet.Untersuchungen zeigen, dass 60 bis 90 Prozent der Bev\u00f6lkerung zumindest einmal im Leben an einer der Spielarten von R\u00fcckenschmerz leiden: 30 bis 50 Prozent davon an Nackenschmerzen, 16 bis 20 Prozent an Schmerzen der Brustwirbels\u00e4ule.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Und mehr als 70 Prozent an Schmerzen der Lendenwirbels\u00e4ule.In sehr vielen F\u00e4llen werden diese Schmerzen chronisch, vergehen also nicht nach ein paar Tagen oder Wochen. Die Erforschung, Entwicklung und Anwendung bestm\u00f6glicher Behandlungsmethoden von R\u00fcckenschmerzen spielen deshalb in der modernen Schmerzmedizin eine zentrale Rolle, und die Palette der therapeutischen M\u00f6glichkeiten ist heute entsprechend breit: Sie reicht von Physikalischer Medizin, konsequentem Training, Massagen, Akupunktur, \u00fcber Psychotherapie und Entspannungstechniken bis hin zu einer Vielzahl von Medikamenten. In manchen F\u00e4llen kann auch eine Operation sinnvoll sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Beeindruckende Fortschritte bei den Schmerz-Schrittmachern<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wichtige und innovative Beitr\u00e4ge zur Therapie chronischer R\u00fcckenschmerzen liefert auch die moderne Medizintechnik mit der sogenannten Neurostimulation. Ihr Ziel: Schmerzen lindern, Lebensqualit\u00e4t verbessern, Medikamentenverbrauch und damit verbundene Nebenwirkungen reduzieren. \u201eDie Fortschritte bei Neurostimulatoren, die auch als Schmerz-Schrittmacher bezeichnet werden, sind beeindruckend\u201c, so Prim. Univ.-Prof. Dr. Burkhard Gustorff (Wilhelminenspital, Wien), Vorstandsmitglied der \u00d6sterreichischen Schmerzgesellschaft (\u00d6SG). \u201eDiese sind etwa so gro\u00df wie eine Stoppuhr und werden mittels einer minimal invasiven, also wenig eingreifenden Operation unter lokaler Bet\u00e4ubung eingesetzt. Sie senden \u00fcber Elektroden schwache elektrische Impulse. Diese sorgen f\u00fcr Schmerzlinderung, indem sie die Schmerzsignale ver\u00e4ndern (\u201emodulieren\u201c), bevor sie das Gehirn erreichen. Dadurch entsteht ein leichtes, nicht unangenehmes Kribbel-Gef\u00fchl in den sonst schmerzhaften K\u00f6rperregionen. Mit einem Hand-Programmierger\u00e4t k\u00f6nnen Intensit\u00e4t und Ort der Stimulation individuell an den Patienten angepasst werden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Wem die Neurostimulation helfen kann<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Typische Einsatzgebiete f\u00fcr Schmerz-Schrittmacher sind zum Beipiel: &#8211; chronische R\u00fcckenschmerzen, die in der Lendenwirbels\u00e4ule auftreten oder in die Beine oder F\u00fc\u00dfe ausstrahlen; &#8211; schmerzhafte Neuropathien (Nervenschmerzen) infolge einer Nervensch\u00e4digung; &#8211; das komplexe regionale Schmerzsyndrom: ein chronischer Schmerzzustand, der meistens an H\u00e4nden oder F\u00fc\u00dfen auftritt. \u201eNat\u00fcrlich sind Neurostimulatoren nicht ,das Wundermittel schlechthin\u2019 f\u00fcr jede Art von chronischem Schmerz\u201c, so Prof. Gustorff. \u201eSie sind eine wichtige, nicht medikament\u00f6se Behandlungsoption f\u00fcr bestimmte chronische Schmerzen, die vielen Patientinnen und Patienten helfen kann. Patienten, die von Schmerz-Schrittmachern profitieren k\u00f6nnen, haben generell chronische neuropathische Schmerzen, die mit Medikamenten und anderen schmerztherapeutischen Verfahren nicht ausreichend behandelt werden k\u00f6nnen. Oder sie leiden unter Nebenwirkungen von Medikamenten, die nicht mehr ertr\u00e4glich sind. Ein multidisziplin\u00e4res Team aus \u00c4rztinnen und \u00c4rzten verschiedener Fachrichtungen sollte im Einzelfall beurteilen, ob jemand f\u00fcr die Neurostimulations-Therapie geeignet sein k\u00f6nnte.\u201c Die moderne Schmerzmedizin unterscheidet zwischen zwei Unterformen der Neurostimulation: Bei der \u201eR\u00fcckenmarksnahen\u201c Neurostimulation (\u201eSpinal Cord Stimulation\u201c, SCS) wird ein Stimulationsger\u00e4t unter die Haut platziert und sendet \u00fcber eine d\u00fcnne Elektrode, die in der N\u00e4he des R\u00fcckenmarks implantiert wird, schwache Impulse an die R\u00fcckenmarksnerven. Bei der subkutanen \u201eperipheren Nervenstimulation\u201c (PNS) werden eine oder mehrere d\u00fcnne Elektrode\/n in das Unterhautfettgewebe (\u201esubkutan\u201c) eingef\u00fchrt und stimulieren \u00fcber das implantierte Ger\u00e4t die Nervenfasern im schmerzhaften Gebiet. Periphere Nerven sind alle Nervenstr\u00e4nge im K\u00f6rper, die nicht im R\u00fckkenmark oder Gehirn verlaufen. Wann welche Methode die geeignete ist, muss individuell abgekl\u00e4rt werden. \u201eDie SCS und die PNS sind sichere und wirksame Therapien, sowohl als alleinige Behandlung als auch in Kombination\u201c, so Prof. Gustorff. \u201eDie Ergebnisse bez\u00fcglich Schmerzlinderung, Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t und Verringerung von Schmerzmedikamenten sind sehr \u00fcberzeugend.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Neue Technologie erleichtert Anwendung und optimiert Wirkung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Neurostimulations-Produkte fr\u00fcherer Generationen haben einfach voreingestellte Stimulationsst\u00e4rken abgegeben, wodurch Patientinnen und Patienten bei ver\u00e4nderter K\u00f6rperposition oder Aktivit\u00e4t h\u00e4ufig die Einstellungen f\u00fcr die Schmerzlinderung manuell \u00e4ndern mussten. Die Adaptive- Stim-Technologie des Medizintechnik-Unternehmens- Medtronic hingegen setzt eine spezielle Methode ein, wie sie auch bei Mobiltelefonen verwendet wird: St\u00e4rke und Richtung der Erdanziehungskraft werden verwendet, um die Position des Patienten \u2013 zum Beispiel Sitzen, Liegen, Stehen, R\u00fccken- oder Bauchlage, etc. \u2013 zu erkennen und automatisch die optimale Stufe der schmerzlindernden Stimulation einzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>\u00d6sterreich bei der Neurostimulation internationale Spitze<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Auf dem Gebiet der Neurostimulation ist \u00d6sterreich im \u00dcbrigen international f\u00fchrend. So befindet sich im Krankenhaus der Elisabethinen in Graz das erste deutschsprachige Ausbildungszentrum f\u00fcr die Anwendung der SCS in Europa. Die PNS wurde weitgehend in \u00d6sterreich entwickelt, hier erfolgten auch die Erstimplantationen (LKH Innsbruck). Bei den Elisabethinen in Graz fand das weltweit erste internationale PNS-Training f\u00fcr \u00c4rzte aus ganz\u00a0Europa statt. Und unter der Leitung des Klinikums Klagenfurt am W\u00f6rthersee hat sich eine Reihe von Schmerzzentren zusammengeschlossen und eine Register- Datenbank angelegt, um ihre PNS-Implantationen zu dokumentieren und wissenschaftlich auszuwerten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine innovative nicht-medikament\u00f6se Methode zur Behandlung chronischer Schmerzen W\u00e4hrend der vergangenen Jahre haben sich R\u00fcckenschmerzen in den Industriel\u00e4ndern geradezu epidemisch ausgebreitet.Untersuchungen zeigen, dass 60 bis 90 Prozent der Bev\u00f6lkerung zumindest einmal im Leben an einer der Spielarten von R\u00fcckenschmerz leiden: &hellip; <a href=\"http:\/\/gesundheits.at\/?p=333\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":334,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/gesundheits.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/333"}],"collection":[{"href":"http:\/\/gesundheits.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/gesundheits.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/gesundheits.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/gesundheits.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=333"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/gesundheits.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/333\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":624,"href":"http:\/\/gesundheits.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/333\/revisions\/624"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/gesundheits.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/334"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/gesundheits.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=333"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/gesundheits.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=333"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/gesundheits.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=333"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}